Künstlerstatement

Ich beginne zu malen, ohne ein Thema oder ein fertiges Bild vor Augen zu haben. Ich folge einem inneren Impuls. Erst im Malen beginnt sich etwas zu zeigen.


Ich arbeite überwiegend mit Ölfarbe und unterschiedlichen Materialien, häufig auch direkt mit den Händen. Farben werden aufgetragen, überlagert, wieder freigelegt und verändert. Mit jedem Eingriff verändert sich das Bild – und mit ihm auch meine Wahrnehmung. Nach und nach entstehen Assoziationen, Erinnerungen und Gedanken. Oft entdecke ich dabei etwas, das mir vorher nicht bewusst war.


Das Bild entwickelt sich Schritt für Schritt - und Schicht für Schicht. Vom Unkonkreten zum Konkreten. Manche Spuren verschwinden, andere bleiben sichtbar und werden Teil des Bildes. Ich suche nicht im Bild – ich finde etwas im Bild.


Abstraktion ist für mich keine Stilrichtung, sondern die natürliche Folge dieser Arbeitsweise. Meine Bilder entstehen nicht aus einer vorgefassten Idee, sondern aus dem Vertrauen in den Prozess und der Bereitschaft, mich auf das einzulassen, was sich während des Malens entwickelt. Sie geben keine Antworten und erzählen keine festgelegten Geschichten. Vielmehr laden sie dazu ein, eigene Wahrnehmungen und Assoziationen zuzulassen.


Jens Ochel, Juli 2026